Über mich

Ich fotografiere, um in einer lauten, vollen Welt die Augenblicke zu finden,
in denen alles Unwichtige zurücktritt. 

Mich interessiert der Moment, in dem die Welt still genug wird,
dass etwas Wesentliches sichtbar wird.

Das kann ein einzelner Baum in einer weiten Landschaft sein.
Eine Spur, die ein Mensch hinterlassen hat.
Licht in einem dunklen Raum.
Oder ein Mensch, der für einen Augenblick ganz bei sich ist.

Vielleicht verbindet meine Bilder deshalb weniger ein bestimmtes Motiv als eine Haltung: hinsehen, Raum lassen und nicht mehr zeigen wollen, als notwendig ist.

Besonders wichtig ist mir diese Haltung, wenn ich Menschen fotografiere.

Ein Mensch vor meiner Kamera wird für mich nicht zum Objekt eines Bildes. Fotografie ist für mich Begegnung. Sie braucht Vertrauen, Respekt und die Freiheit, Grenzen zu setzen.

Ich möchte einen Raum entstehen lassen, in dem ein Mensch sich sicher genug fühlen kann, ganz bei sich zu sein – und ich diesen Moment sehen darf.

Dabei entsteht nichts, was automatisch für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Zunächst entstehen Bilder für die Menschen vor und hinter der Kamera. Gemeinsam entscheiden wir, was davon sichtbar werden darf.

Augenhöhe bedeutet für mich auch:
Du bleibst der Mensch vor meiner Kamera – und wirst nicht zu meinem Motiv.

Vielleicht suche ich deshalb in einer Landschaft und in einem Gesicht gar nicht nach so unterschiedlichen Dingen.
Ich suche nach dem Augenblick, in dem etwas hervortritt, weil anderes zurücktreten darf.

Nach Nähe, ohne Grenzen zu überschreiten.
Nach Spuren, ohne sie erklären zu müssen.
Nach Bildern, die nicht laut werden müssen, um etwas zu erzählen.

Vielleicht fotografiere ich Stille nicht als Motiv.
Vielleicht ist sie der Raum, in dem etwas Wesentliches sichtbar werden kann.